Sonntag, 3. Dezember 2006

Brno die Zweite

Endlich mal moderne Architektur
Brünn war toll! Ich hab mir ein häßliches Industriestädtchen erwartet (da man mir es so beschrieben hatte) aber nein. Brünn ist total nett, entspannt und herausgeputzt. Die Häuser in der Innenstadt sind alle neu saniert und hin und wieder sieht man sogar etwas moderne Architektur (Omega Haus siehe Bild) das gibt es ja sogar in Prag nur sehr selten.

Bei Maria und Chirstie (English subjects) war es sehr schön, sie waren sehr gastfreundlich und am Samstag morgen kamen wir sogar in den "Genuß" eines richtigen english Frühstücks (baked beans, eggs, ham, sousages und und und). Das hat gut getan, nach der durchtanzten Nacht war das auch kein Wunder. Ausserdem hab ich mich in das british english verliebt, es klingt so schön anders als unser "mischmaschversucheenglishzusprechen". Alles in allem zwei schöne Tage in der gar nicht "ugliest city of whole europe", wie Prof. Cepl beschrieben hat.

So nun bin ich wieder in Prag und sollte mich endlich mit einem Essay auseinandersetzen... na dann hopp auf !

Dienstag, 28. November 2006

Case Kinsky

Hier möchte ich allen Interessierten einen besonders spannenden Fall näherbringen (war Teil einer unserer Vorlesungen).

Direkt am Hauptplatz

Das Palais Kinsky in Prag, einige Schlösser, Zehntausende Hektar Grundstücke und Wälder in Nord- und Ostböhmen. Darum geht es in insgesamt 157 Klagen, die ein in Argentinien lebender Nachkomme der Fürstenfamilie Kinsky in Tschechien erhoben hat.

In Tschechien wurden alle Deutschen und Österreicher nach dem zweiten Weltkrieg auf Basis der Benes Dekrete enteignet. Diese sind immer noch in Kraft und führen nach wie vor zu politischen Spannungen zwischen Österreich und Tschechien.

In diesem konkreten Fall ist die Geschichte aber weitaus komplizierter.
Der Vater dieses Herrn Kinsky wurde kurz nach dem zweiten Weltkrieg enteignet, unter Berufung auf die Benes Dekrete. Dieser war aber niemals Eigentümer, da sein Vater (der Großvater des Klägers Kinsky) alles seinem Enkel (Herrn Kinsky) vererbt hatte.
Ausserdem war der Vater zu dem Zeitpunkt der Enteignung bereits verstorben, was den damals tschechoslowakischen Behörden entgangen ist.

Daher wurde das Eigentum niemals rechtskräftig enteignet, auch nicht unter Berufung auf die Benes Dekrete!!!!

Herr Kinsky (Kläger) war damals ein kleines Kind und hatte Tschechien schon verlassen (lebt in Argentinien). Er forderte daher mit diesen Klagen sein Eigentum, da es ja nie enteignet wurde zurück.

Soweit so gut; bis zu dem Urteil des Bezirksgerichts im ostböhmischen Usti nad Orlici, demzufolge Frantisek Oldrich Kinsky (Kläger) Landgüter in dieser Region zugesprochen wurden! Hier wurden die politischen Verantwortlichen hellhörig!

Jetzt geht es erst richtig rund, da kann Jörg Haider sich noch was abschauen!

Die Präsidenten aller Gerichtshöfe (ca. 300) wurden zusammengerufen und ihnen wurde angeordnet, dass sie, sobald eine weitere Klage eintrifft, sich umgehend an das Justizministerium wenden müssen.

Hier müssen sie angeben, welcher Richter in dieser Sache entscheidet (samt persönlicher Informationen) ausserdem alle Daten etc.
Diese Vorgehensweise ist gesetzlich nicht gedeckt oder geregelt! Keiner der anwesenden RichterInnen hatte sich öffentlich dagegen ausgesprochen.

Ein entscheidender Faktor ist hier sicher die Tatsache, dass der Posten des Präsidenten jedes Gerichtshofes vom Justizministerium bestimmt wird, und er sie auch wieder absetzen kann (nur als Präsident, nicht als Richter).

Das Trauerspiel geht aber noch weiter..... Der Minister wurde dann zum Richter am Verfassungsgerichtshof berufen.

Der VfGH hatte auch mit dem Fall Kinsky zu tun, da das Urteil 1. Instanz aufgehoben wurde und nun Fall des VfGH´s war. Dieser Richter/Minister hatte nun in dieser Sache zu entscheiden. Er entschied, wenig überraschend, gegen Kinsky und sagte sogar, dass der Staat vor solchen Menschen geschützt werden muss.
Dies festzustellen ist aber gar nicht Sache eines Verfassungsgerichtshofes, sondern er soll Menschen vor dem Staat schützen!!!

Leider ist es noch nicht zu ende.... Der Präsident Klaus hat dann noch die Präsidentin des supreme courts (Oberster Gerichtshof) abberufen, ohne irgendeine Erklärung. Es wird gemunkelt, da sie nicht bereit gewesen sei, eine Erklärung zu unterschreiben die besagt, dass Herr Kinsky keinen weiteren Fall gewinnen könne.

Den deputy of supreme court (Präsidenten des OGH´s) kann man aber gar nicht so leicht absetzen, und wenn ja, dann nur aus triftigen Gründen. Daher hat Tschechien, je nach Auffassung, zwei oder einen OGH Präsidenten.

Na servus... man könnte wirklich meinen man sei in Kärnten.

Dann hat unser Prof. noch betont, dass er weder für Herrn Kinsky noch die OGH Präsidentin sei.
1. Herr Kinsky habe kein Recht auf Restitution, das könne man aber auf Gesetzte (Adelsaufhebung, öffentliches Interesse...) berufen, und man müsse nicht polisch in die Rechtssprechung eingreifen.
2. Die Präsidentin sei nicht besonders gut gewesen und er sei auch für eine Absetzung. Aber nur in Übereinstimmung mit der Verfassung!!!!


Dieser Fall ist ein wahnsinn, ich hoff er war nicht zu langweilig für euch. Für mich ist er wie ein Krimi!

Ich hab mein bestes gegeben, aber er ist wahnsinnig schwer zu erklären!

Falls es jemand bis hierher geschafft hat, würde ich mich über eine Rückmeldung freuen. So und jetzt geh ich essen!!!

Mittwoch, 22. November 2006

Wien

Schade, dass man immer nur eines trinken kann!

In der letzten Woche habe ich meiner Homebase einen Besuch abgestattet. Wien ist schon ein Städtchen wie aus dem Bilderbuch, alles ist auf Hochglanz poliert und besonders in der Vorweihnachtszeit ist es ganz extrem (siehe Graben etc.). Natürlich findet man auch anderes in Ottakring oder Favoriten nur zieht es einen als Touristen halt weniger in diese "echten" Viertel.

Gleich zu Beginn sind Johanna und Simon mit mir zum Leopoldifest nach Kloburg gejettet, da hatten wir ein paar Gläschen exquisiten Riesling Smaragd (man gönnt sich ja sonst nichts) und Simon hat uns seine alte Weinbauschule gezeigt, und seinen Schuldkamaraden, der jetzt Mönch ist!!!

Ein paar Tage waren Johanna und ich alleine, das war eine schöne Zeit. Wir genießen unsere gemeinsamen Stunden sehr und bemerken erst wie schön sie sind (da sie ja doch limitiert sind).
Dann sind vier NordländerInnen aus Finnland gekommen, ich kenne sie aus dem Sprachkurs und habe mich mit ihnen auf Anhieb so gut verstanden, dass ich sie nach Wien eingeladen habe.
Dank Johanna hat alles super geklappt, sie durften in Johannas Zimmer schlafen (danke auch an die Annas) und wir haben im Gästezimmer geschlafen (ja so luxeriös wohnt meine "Kleine" *g*).

Die nächsten Tage sind wir gemeinsam durch Wien gewandelt, haben die typischen Wiener Dinge gemacht (inkl. Würstelstand mit Bier). Den Finnen hat es sehr gefallen und sie haben uns zu sich eingeladen. Ich hoffe wir können diese Einladung bald auch annehmen (Oulu ist halt nicht um die Ecke).

Alles in allem war es eine super Zeit und ich komme schon dieses Wochnende nach Wien zurück, Andrea hat Sponsion und ausserdem hatte ich noch keine Gelegenheit alle FreundInnen zu treffen,... ui das wird ein Wochenende werden *g*

Aber jetzt muss ich wirklich etwas arbeiten Ahoj...

Sonntag, 12. November 2006

Ein richtiger Sonntag

Heute ist so ein richtiger Sonntag, zuerst gut gefrühstückt (mit Wurst!, zumindest ein bisschen).
Und dann Slalom WC Herren in Levi (Finnland), hab mich gefreut, dass Benni Raich gewonnen hat. Eurosport sei dank, sehen wir alle Skirennnen hier in Tschechien. Nun gammle ich vor dem Compi herum und muss mich motivieren einen elendslangen Text über EU consumer law zu lesen. Die Sonne kämpft sich gegen die Wolken durch und ich werde mich wohl dann auch noch ein bisschen nach draußen begeben um etwas frische Luft zu tanken. Dann noch schnell einkaufen (ja hier hat am Sonntag alles offen)um dann zeit Teile der "Piefke-Saga" anzukucken, mit Deutsch-Österreichischer Besetzung (Andi, Robert, Johannes ware da) und dann ist der tolle Sonntag um----

Donnerstag, 9. November 2006

Wichtiger Hinweis

Hab nun die Funktion aktiviert, dass alle User Kommentare zu den einzelnen Beiträgen schreiben können. Es wird keine Regestrierung benötigt, einfach auf den kleinen Button: Kommentar verfassen klicken und wild drauf los schreiben. (Sollte einfach zu finden sein, hinter jedem Beitrag in hellgrau!!)

Würd mich freuen wenn ich mal etwas Feedback bekomme, sonst mein ich, ich schreib das alles für die kočka-Katze.

Pilates?

„Nach zehn Stunden spüren Sie den Unterschied. Nach zwanzig sehen Sie den Unterschied und
nach dreißig haben Sie einen neuen Körper.“
(Joseph Pilates)

Also was ist das, eine Sekte, eine Lebensphilosophie.... nein, eine TROMMELWIRBEL Sportart.
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Es kam wiefolgt: Wir haben in unserem Fakultätsgebäude ein posilovna (Fitnessraum), also sollte man ihn auch zumindest einmal benutzen. Andi (aus München) hat schon fleißig alles ausprobiert und überzeugte Julia und mich, doch endlich einmal mitzugehen. Julia war ein harter Brocken, denn sie ist noch Sportbegeisteter als ich ( sie hat also ein minimales Bedürfnis nach sportlicher Betätigung). Ich war schon etwas mehr angespornt, vielleicht auch durch das Vorbild meiner WG_Familie in Wien (siehe http://rennerinnen.blogspot.com/). Nach anfänglichen Motivationsschwierigkeiten haben wir uns heute tatsächlich auf den Weg ins Posilovna (siehe oben- ihr sollt ja auch etwas tschechisch lernen) gemacht.
Siehe da... nur Frauen, außer Andi und ich, dass bin ich ja schon langsam gewohnt. Aber dann.. drei unaufgepumpte Bälle und enspannende Musik. Ich glaub es kaum, aber es hat mir wirklich gefallen, Andreas war sowieso schon begeistert und Julia war aus dem Häuschen. Dieses pilates macht echt spaß und ist (richtig gemacht) total anstrengend. Für mich ist noch von besonderem Vorteil, dass man sich die ganze Zeit dehnt, was meinen total verkürzten Sehnen nur zu gut tut.

Vielleicht schaffen wir es wirklich, und gehen da gemeinsam, konsequent hin. Wäre echt toll... versuchts auch mal.

Dienstag, 7. November 2006

Politisches Gewurle

Irgendwie ist es eigenartig, ich wohne derzeit in einem Land indem es dem Sieger der Parlamentswahlen nicht gelingt eine handlungsfähige Regierung zu bilden. Ich bin Staatsbürger eines Staates indem es dem Sieger der Parlamentswahlen nicht gelingt eine handlungsfähige Regierung zu bilden!

Ja lebe ich nun in Zentralafrika oder wie?

Hier in Tschechien ist die Situation ähnlich wie in Österreich, wobei ich zugeben muss, dass ich die ganze Sache weder in Tschchien noch in Österreich durchschaue. Geht aber wahrscheinlich eh jedem so....
Hier sind die Seiten genau andersrum wie in Österreich, dem Sieger Mirek Topolánek (von den Konservativen) gelingt es nicht eine Koalition oder etwas ähnliches mit den Sozialdemokraten zu bilden.

Mein Vorschlag wäre Dr. Wolfgang Schüssel sollte doch einfach gemeinsam mit dem Verlierer in Tschechien - Jirí Paroubek (Sozialdemokraten)- einen Wellnessurlaub in Abano Therme planen und die neuen Politiker endlich arbeiten lassen. By the way: Vielleicht nehmen sie ja das Lieserl auch noch mit *g*

Auf alle Fälle scheint es nun so üblich zu sein, dass wenn man eine Wahl verliert, dass man sich dann in einen kleinen Winkel stellt und beleidigte Leberwurst spielt. Ob in Prag oder in Wien ist egal... lang lebe die Demokratie! Und wenn ihr nicht brav seid, dann müsst ihr noch mal wählen.
https://raketa.at/index.php?id=6030&rid=269

http://raketa.at/index.php?id=6030&rid=269

Montag, 6. November 2006

Vojtech Cepl

cepl

So heißt unser Prof. für tschechisches Verfassungsrecht- our senile, nice, old professor (so bezeichnet er sich selbst).
Hier einige Auszüge aus seinen Stunden:

+ Where are the english subjects? Could you please improve your English? Because I can´t understand you. (Wer versteht da wen nicht richtig?)

+Then I became the president of the constitutional court in the ugliest city of whole europe -- in Brno (Brünn). I critizised everybody, thats the best way to improve your career!

+Als ich mich auf eine Frage meldete und seinen
Sinierungsprozess unterbrach sagte er: it´s wrong but I dont´t mind you (so auf die Art, ich ignoriere dich einfach).

+Auf die Frage ob es einen zweiten Prüfungstermin bei ihm gibt antwortete er lapidar: You better come on the 8th of January, maybe later I am dead and I will watch you from above!

So nun könnt ihr euch unseren (Lilly, Julia und Daniel) Unialltag etwas vorstellen.

Montag, 30. Oktober 2006

Die liebe Uni!

fakulta (Hier unsere Fakultät im Bild, gleich an der Vltava-Moldau gelegen)


Für all jene, die schon befürchten meine akademischen Leistungen, könnten unter den nächtlichen Aktivitäten leiden: hier
eine Entwarnung!

Wir haben eh genug Uni, auf alle Fälle bin ich mehr in den heiligen Hallen der Karlsuniversität als normalerweise in Wien (so geht es Lilly und Julia auch). Wir haben mehr als genug Vorlesungen und Kurse (heute zum Beispiel mehr als 6 Stunden). Ich schreibe hier nur wenig darüber, da ich danach immer so geschafft bin. Die Sprachumstellung und die Themen sind halt öfters schwer zu verdauen. Alles in allem ist es aber eine wahre Bereicherung...

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